Historischer und politischer Hintergrund

Die Region Darfur wurde jahrzehntelang wirtschaftlich und politisch vernachlässigt. Der Einsatz von Verwaltern aus der arabischen Oberschicht und die noch heute fehlende Infrastruktur sind beispielsweise Zeugen dieser Marginalisierung. Das Hegemoniestreben der Araber gegenüber den Schwarzafrikanern und der wachsende Islamismus verschärften die Spannungen, aus denen ein nationaler Konflikt entstand, in welchem die Region Darfur der Zentralregierung gegenüber steht.

Um gegen die Vernachlässigung und Unterdrückung Darfurs zu protestieren und für mehr Gerechtigkeit in der Region zu kämpfen, gründeten sich 2000/2001 zwei Rebellenorganisationen, die Sudanesische Befreiungsbewegung (Sudan Liberation Movement/ Army, SLM/A) und die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung (Justice and Equality Movement, JEM).
Im Jahr 2003 eskalierte der Konflikt. Die Rebellen sagten der Regierung den bewaffneten Kampf an, diese antwortete mit Bombardements aus der Luft und der Unterstützung so genannter Dschandschawid-Milizen, die auch gegen die Zivilbevölkerung vorgehen.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind bereits 400.000 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Millionen Zivilisten sind seit 2003 auf der Flucht. Die humanitäre Situation ist katastrophal, die politische Lage scheint ausweglos. Auch die Rebellenbewegungen sind inzwischen tief gespalten, so dass Verhandlungen immer schwieriger werden. Indes nimmt die Gewalt in Darfur weiter zu.