Die Bevölkerung Darfurs besteht aus vielen verschiedenen ethnischen Gruppen. Traditionell besteht auf lokaler Ebene Konfliktpotenzial zwischen sesshaften afrikanischen Bauern und arabischstämmigen Nomaden um Acker- und Weideland, den Zugang zu Wasser und andere knappe Ressourcen. Durch Dürrekatastrophen und die fortschreitende Wüstenbildung wurde der Wettbewerb um die natürlichen Lebensgrundlagen immer wieder verschärft.
Religiöse Gründe spielen im Darfur-Konflikt keine Rolle. Alle Bewohner Darfurs – die Mörder wie die Opfer – sind Muslime. Doch aus den Spannungen um knappe Ressourcen entwickelte sich ein regionaler Konflikt um Fragen der sozialen, kulturellen und sogar rassischen Identität.
Die Konflikte konnten in der Vergangenheit durch Schlichtungsverfahren der Stammesältesten oder einer dritten Partei gelöst werden. Diese Konfliktlösungsmechanismen brachen allerdings in den 80er Jahren zusammen, als die Regierung begann, arabischstämmige Milizen zu bewaffnen und somit selbst Teil des Konfliktes wurde.