Man geht davon aus, dass 70-90% der sudanesischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt. Die ca. 38 Mio. Einwohner Sudans sind auf 572 Völkerschaften aufgeteilt, welche sich 19 größeren Gruppen zuordnen lassen. Auch die Bevölkerung Darfurs setzt sich aus einer Vielfalt ethnischer Gruppen zusammen (je nach Klassifikation geht man von 38 bis 150 Stämmen aus). Man kann sie grob in drei Hauptgruppen einteilen:
Der Name Baggara bedeutet „Kuhhirte” und ist ein Sammelbegriff für eine Anzahl von Viehzüchterstämmen, die in Süddarfur und Kordofran leben. Sie sind Nomaden und ihre Weidegründe reichen bis in die südsudanesische Provinz Bahr-el Ghazal, zeitweilig sogar noch weiter in die Zentralafrikanische Republik hinein. Als arabisierte Afrikaner sind sie ein Musterbeispiel für die ethnische Vieldeutigkeit im Westsudan.
Die Fur sind ein schwarzafrikanisches Volk in Darfur. Sie gaben der Region ihrern Namen (“Haus der Fur”). Die Lebensgrundlange der sesshaften Fur ist der Hirse-Anbau. Ihre Gesellschaft ist sehr traditionell aufgebaut und wird von Dorfältesten geführt. Sie sprechen ihre eigene Sprache, das Fur, welches zu den Nilo-saharanische Sprachen gehört, und haben den islamischen Glauben schon vor mehreren hundert Jahren angenommen.
Ursprünglich war die bergige Region um den Dschebel Marra Siedlungsgebiet der Fur, aber heutzutage leben die meisten Fur in den tiefergelegenen Ländereien westlich und südwestlich dieser Region. Einige Fur haben sich auch im Tschad angesiedelt.
Zaghawa ist die Bezeichnung für eine schwarzafrikanische ethnische Gruppe, die hauptsächlich in Darfur und in der Wadai-Region im Osten Tschads lebt. Die Zaghawa leben halbnomadisch, betreiben Ackerbau und Viehzucht mit Rindern, Kamelen und Schafen. Heutzutage bekennen sie sich zum Islam, obgleich sie einige ihrer religiösen Traditionen beibehielten. Sie sprechen eine eigene Sprache, welche als Zaghawa oder als “Beria” bezeichnet wird. Selbst nennen sich die Mitglieder der Volksgruppe aber “Beri”, die von den Arabern stammende Bezeichnung Zaghawa hat sich jedoch durchgesetzt.
Während die Zaghawa in Sudan relativ machtlos sind, dominieren sie das politische System im Tschad.
Die Masalit sind ein schwarzafrikanisches, muslimisches Volk in Darfur und in der Wadai-Region im Osten Tschads. Sie sprechen Masalit, eine nilo-saharanische Sprache. Die Mehrheit der Masalit sind Subsistenzbauern, die neben dem Ackerbau auch Rinderzucht betreiben.
Die Masalit sind Muslime, haben sich allerdings genauso wie die Zaghawa diverse eigene Bräuche bewahrt. Traditionell hatten die Masalit enge Kontakte zu den benachbarten Ethnien der Fur und Zaghawa.