Übliche Unterkünfte sind Zelte und Provisorien aus Plastikplanen, die über Äste gespannt sind.
Tagsüber ist es heiß, die Nachttemperaturen sind hingegen sehr niedrig. Starker Wind und Sandstürme erschweren die Lebenssituation zusätzlich.
Aufgrund der extremen Überfüllung der Lager fehlen Zelte, Decken für kalte Nächte und vor allem sauberes Trinkwasser.
Flüchtlinge untereinander, aber auch Flüchtlinge und Einheimische konkurrieren um knappe Ressourcen.
Die Dschandschawid greifen nicht nur Dörfer an, sie überfallen auch die Flüchtlingslager.
Viele Flüchtlinge verlassen ihre Lager nahe des Grenzgebietes und werden zum Teil von Truppen der in Darfur stationierten Afrikanischen Union, sowie von der sudanesischen Polizei in sicherere Flüchtlingslager eskortiert.
Das deutsche Rote Kreuz und das UN- Kinderhilfswerk Unicef berichten, dass die ausreichende Versorgung von Millionen Flüchtlingen nicht mehr gewährleistet werden kann. Der Zugang der Hilfsorganisationen zu den Flüchtlingen sei schlechter als 2004, dem Höhepunkt der Vertreibungen.
Laut UNICEF konnten zu Beginn dieses Jahres nur rund 60% der Hilfebedürftigen überhaupt erreicht werden.
Die Menschen müssen auf der Flucht vor den Dschandschawid ihren gesamten Besitz zurücklassen.
Viele Familien werden bei der Flucht auseinandergerissen, das Schicksal der Familienangehörigen bleibt ungewiss.
Die sudanesische Regierung hat über viele Monate hinweg humanitäre Hilfeleistungen massiv behindert. Seit Ende 2006 hat sich die humanitäre Versorgungslage zudem drastisch verschlechert.
Im Januar 2007 veröffentlichten 14 Hilfsorganisationen eine Erklärung, die besagt, dass ihre Arbeit unter den jetztigen Bedingungen kaum noch aufrecht erhalten werden kann.
Unterernährung, Durchfallerkrankungen wie Cholera, Hepatitis und
Malaria sind verbreitet.
Durch verunreinigtes Wasser können sich Erreger wie Hepatitis E-Viren unter den Bewohnern der Flüchtlingslager endemisch verbreiten.
Ein sehr großes Problem ist die Unterernährung bei Kindern. Zur Behandlung vieler Kinder werden Nahrungsergänzungsmittel gebraucht, die „normalen“ Hilfslieferungen reichen nicht aus, um die schweren Mangel-erscheinungen zu lindern.
Flüchtlinge beziehen ihr Wasser oft aus Wasserquellen, die auszutrocknen drohen. Internationale humanitäre Standards (bekannt als SPHERE-Standards) geben bei einer humanitären Katastrophe ein Minimum von 15 Litern Wasser pro Person und Tag vor, in manchen Camps können aber nur vier bis fünf Liter ausgegeben werden.
Die Regierungen der Länder der Vereinten Nationen haben ihre Hilfsversprechungen nur zu einem Bruchteil erfüllt.
Weltweit hat die Spendenbereitschaft für die Flüchtlinge in Darfur dramatisch nachgelassen.
Deshalb musste das Welternährungsprogramm die Lebensmittellieferungen um die Hälfte kürzen. Die Hilfe für die Dörfer, die Flüchtlinge aufgenommen haben, wurde vollständig eingestellt.