» Die Konflikte in Darfur und im Osten Tschads
hängen eng zusammen. Die Grenze zwischen Darfur und dem Tschad ist brüchig, und wir können die Menschen in Darfur nur schützen, wenn wir auf beiden Seiten der Grenze präsent sind. «
Kofi Annan, UN-Generalsekretär a. D.
Schon seit Jahren nimmt der Tschad Flüchtlinge aus Darfur und der Zentralafrikanischen Republik auf. Durch die sich jetzt in der Region ausbreitenden Gewalt wurden mittlerweile nach Angaben des UNHCR bis zu 120.000 Tschader in ihrem eigenen Land vertrieben. Die Vertreibung der tschadischen Bevölkerung begann Ende 2005 und verschlimmerte sich 2006, als es eine Serie von Angriffen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen gab. Angesichts der Verschlechterung der Sicherheitslage im Osten des Tschad, droht nun eine Nahrungsmittel- und Versorgungskrise. Aufgrund zunehmender Gewaltakte mussten Ende 2006 über 400 humanitäre Helfer aus dem Ost-Tschad evakuiert werden.
Bei den Angreifern handelt es sich angeblich zumeist um Gruppen aus dem Tschad, die bis zu einem gewissen Grad mit den sudanesischen Dschandschawid-Milizen kooperieren. Die Angriffe im östlichen Tschad zeigen dasselbe Muster der Gewalt wie diejenigen in Darfur. Hauptsächlich Männer auf Pferden und Kamelen greifen Siedlungen an, brennen sie nieder, zerstören die Ernten, stehlen das Vieh und misshandeln und töten die Dorfbewohner.