Vergewaltigungen

Laut Unicef sind in Darfur Tausende Mädchen und Frauen vergewaltigt worden. Manche der Opfer seien zu diesem Zeitpunkt nicht älter als 7 oder 8 Jahre alt gewesen. Die Männer und Väter der Vergewaltigungsopfer müssen teilweise bei diesen Verbrechen zur Demütigung zusehen.

Eine Frau erklärt einem Amnesty International- Delegierten, warum nie darüber gesprochen wird:

„Frauen werden es Ihnen nicht einfach erzählen, wenn es ihnen passiert. In unserer Kultur ist es eine Schande und die Frauen werden es in ihrem Herzen verstecken, so dass die Männer nichts davon mitbekommen.“

Morde & Massenexekutionen

„Sie brachten uns mit Armeefahrzeugen in ein Tal zwei Kilometer südlich von Delej. Dort mussten wir uns in einer Reihe aufstellen, uns hinknien und den Kopf senken. Dann schossen sie uns ins Genick. Ich habe es überlebt, weil sie mich für tot hielten.“

(Bericht eines Überlebenden des Massakers an 71 Afrikanern in der Region Wadi Saleh. Er überlebte mit einer Schusswunde am Hals.)

Zerstörung der Dörfer

Am 16. August wurde das Dorf Garadai von den Dschandschawid während des Tages angegriffen. Einer der Dorfbewohner erzählte den Amnesty International-Delegierten:
„Es waren die Dschandschawid, die unsere Häuser verbrannten und unser Vieh und Eigentum stahlen. Das Stehlen von Vieh geschieht schon lange, aber das Verbrennen der Häuser ist neu. Sie kamen mit Kamelen, Pferden und vielen Waffen. Sie setzen sich zusammen aus Arabern aus der Gegend und anderen Arabern. Sie griffen Frauen, Männer und Kinder an, obwohl sie keine Waffen hatten. Ich würde sagen, dass bei dem Angriff mindestens 240 Menschen getötet wurden. Das ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Garadai, das etwa 400 Einwohner zählt. Sie töteten hauptsächlich die jungen Männer, wenn auch einige alte behinderte Personen getötet wurden, weil sie nicht schnell genug aus ihren Häusern kamen.“

Vergiftung der Brunnen

Im Zuge der Zerstörung und Plünderung der Dörfer durch die Dschandschawid und die sudanesische Armee vergifteten die Milizen zahlreiche Brunnen und setzten somit die ansässige Landbevölkerung dem sicheren Tod aus. Zusätzlich können die Milizen somit auch langfristige die Rückkehr der Dorfbewohner verhindern.

Plünderungen & Diebstahl

Die Menschen von Turlili erklärten, wie Zerstörung und Plünderung sie betrafen:
„Zuerst verbrannten die Araber die Häuser und nahmen die Tiere mit. Dann nahmen sie die Kochgeräte, unsere Hirse auf den Feldern und sogar unsere Decken. Deshalb kamen wir hierher. Sie nahmen die Hirse mit, wir konnten unsere Ernte nicht einbringen. Ihre Kamele fraßen auch unser Getreide. Normalerweise ernten wir im September und die Frauen bauen nach der Ernte Gemüse an. Wie sollen wir jetzt leben?“

Folter

Zwei Männer gelang die Flucht aus einer Gruppe von 22 Entführten. Sie erzählten Amnesty International-Delegierten von ihrem Leidensweg:

„Am 12. August riegelten die Araber den Markt ab. Sie wollten Rache nehmen, deshalb taten sie uns das an. Zuerst fingen die Menschen an zu fliehen, und die Araber sagten, sie würden uns nichts antun. Deshalb hörten wir auf zu fliehen. Sie suchten willkürlich bestimmte Menschen aus und fesselten sie mitten auf dem Markt, vor allen Leuten. Sie zwangen uns, uns mit Steinen hinter den Knien hinzuhocken. Sie ließen uns in der Sonne und begannen uns zu schlagen. Einem von uns, Arabi Anjol, wurde deswegen der Arm gebrochen.“
„Als die Sonne unterging, zwangen sie uns, mit ihnen zu gehen, indem wir vor ihren Pferden herrannten. Sie nahmen uns zu ihrem Militärlager mit, wo sich Soldaten befanden, und ein Gebäude mit Kanonen darin. das Lager wird von Jemandem aus der sudanesischen Armee und noch einer Person befehligt. Sie ließen uns draußen und schlugen uns mit Steinen und Gewehrkolben. Sie sagten: ‚Wir sind die Araber, wir sind die Ersten, und ihr seid schwarz; die Regierung gibt uns Waffen, und ihr könnt nicht im Sudan bleiben, wir werden euch töten und euren Besitz nehmen.‘ Sie stellten uns ein paar Fragen. Arabi Anjol, dessen Arm gebrochen war, antwortete nicht. Deshalb nahmen sie ihn zur Seite und schossen zweimal auf ihn und töteten ihn. Dann sprachen sie mit ihren Vorgesetzten in El-Jeneina. Wir wurden nach El-Jeneina gebracht und der Anführer der Dschandschawid fragte uns, ob wir Waffen hätten. Wir sagten nein und er ließ uns gehen.“
„Es gibt fünf Personen, die immer noch unter der Folter leiden, darunter einer, dem in das Auge geschlagen wurde, wir glauben, sie sind im Krankenhaus von El-Jeneina. Die anderen sind bei ihren Familien in El-Jeneina. Wir haben gehört, dass ihnen eine Anklage droht; sie werden von den Behörden vor Gericht gestellt, wir wissen nicht warum.“